© Dietmar
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Skitouren in den südlichen Dolomiten

Fünf schöne Tage beim Passo Rolle

15.03.2026

Nach längerer Zeit waren wir mal wieder zum Skitourengehen in den Dolomiten und hatten viel Glück mit dem Wetter. 
Auch in den Dolomiten liegt nicht viel Schnee, da wir uns aber hauptsächlich zwischen 2000-3000m aufhielten, haben auch die Touren gut geklappt.

Erster Tag: Wir trafen uns im Val di Fiemme, konnten aber die geplante Skitour aufgrund einer Strassensperrung nicht gehen. Also hat Tourenführerin Anne schnell umgeplant und wir haben von der Passstraße aus den Colbricon (2602m) gemacht. Erst durch den Wald, dann durch steileres Gelände und oben öffnet sich ein fantastisches Plateau. Aus Zeitgründen nur zum Joch (Gipfel wäre aber problemlos gewesen). Oben schöner Pulver, unten iiihh-Schnee. Durch den Waldgürtel wars mühsam. Dann am Passo Rolle geparkt und zu unserer Unterkunft, dem Refugio Capanna Cervino (2084m, siehe Foto) hoch. Nette Wirtin und Personal. Gutes Essen!

Zweiter Tag: Vom Refugio zum Auto runter, zur Seilbahn San Martino di Castrazzo. Für 14 Euro aufs Pala-Hochplateu und zu unserer zweiten Unfterkunft, der Rosetta Hütte (2581m, siehe Foto). Dort Übernachtungszeug deponiert und eine rasante Abfahrt durch ein Couloir runter. Ein sehr schöne Kar hoch, das allerdings eine Schlüsselstelle enthält. Ski schultern und zu Fuss durch. Oben wieder Ski angezogen und bis zum Ende des Kars (ziemlich genau auf 3000m). Die meisten entschieden sich für eine schnelle Abfahrt, um noch guten Firn zu erwischen. Anne und Ernst stapften zum Gipfel: Cima de la Vezzana (3192m). Unten wieder alle getroffen und hoch durchs Couloir zur Hütte. Dort erwartete uns die Nachricht, dass ein Abwasserrohr geplatzt war und deshalb alle Klos bis auf eines gesperrt waren... Wasser floss auch nur sehr sehr spärlich. Die Wirtsleut waren aber auch hier sehr nett und das Abendessen gut und reichlich. 

Dritter Tag: Von der Rosetta durch die Pala-Hochebene und rauf auf den Cima La Fradusta (2939m). Super Aussicht! Erst vorsichtige Abfahrt, dann wurde der Schnee immer besser und wir hatten viel Spaß. Wir mussten noch 2 mal auffellen, um zum Joch zu kommen, von dem aus wir ins Tal abfahren konnten. Wunderschöne Landschaft. Oben Butterfirn, unten wurde der Schnee immer weniger, so dass wir am Ende einiges das Auto bis zum bestellten Taxi tragen mussten (ca 1300hm). Rückschauend konnten wir kaum glauben, dass wir überhaupt so weit abfahren konnten. Das war ein Abenteuer :)
Mit dem Taxi zurück zum Auto, wieder zum Passo Rolle und hoch zur Cervino Hütte. Alle waren sehr sehr müde.

Vierter Tag: Von der Hütte aus hoch und die erste Abfahrt gemacht. Leider wenig Pulver, sondern viel Bruchharsch. Deshalb entschieden wir uns spontan für eine andere Tour: ins schöne Kar zum Cima de la Vezzana hoch, da wir auf Pulverschnee hofften. Das Kar hat am Ende eine sehr steile Rinne, in der blöderweise eine großer Stein liegt und die Rinne zusperrt. Die Stelle wollten wir uns anschauen. Also hoch bis zum Skidepot und zu Fuß weiter. Ernst hat sich getraut und mit etwas Mühe an dem nicht vertrauenswürdig aussehenden Seil hochgezogen. Ich hätte mich zwar irgendwie hochziehen können, mir fehlen aber die kletterischen Fähigkeiten, um da wieder runterzuklettern. Also entschlossen wir uns für einen Abbruch der Tour. Uns fehlten ca 60 (sehr steile) Höhenmeter zum Joch. Die Abfahrt hatte dann Windharsch und Pulver zu bieten. Man wusste allerdings vorher nicht, wo was war. Nach unten zu wurde es immer besser. Also stiegen wir auch noch auf den Hausberg und hatten eine schöne Abfahrt zurück zur Hütte.

Fünfter Tag: Nachdem wir wegen Heimreise nur eine kurze Tour machen wollten und uns der Pulver vom Vortag gefallen hatte, sind wir insgesamt 3 mal auf den Hütten-Hausberg Costazza (2282m) hoch und haben 3 tolle Powder-Abfahren zwischen 200-300 Tiefenmeter gemacht. Schöner, unkomplizierter Abschluss unserer Dolomitentouren.

Mit dabei waren Alexander, Bärbel, Ella, Ernst, Eva und Dietmar, die sich herzlich bei Tourenführerin Anne für die schönen Tage bedanken :)